Petunien überwintern

Petunien gehören zur Gattung der Nachtschattengewächse und bilden bei richtiger Pflege Unmengen an Blüten in den verschiedensten Farben. Sie haben extrem viel Durst, somit wird es die Hauptaufgabe des Gartenfreundes sein, für ständige Wassergaben zu sorgen. Besonders wenn sie in einem Kunststoffgefäß ohne Reservoir stehen, ist mindestens zweimaliges Wässern am Tage angesagt. Auch brauchen Sie Dünger, mindestens einmal wöchentlich, damit sich besonders die hängenden Sorten zu einem Blühwunder entwickeln. „Petunien überwintern“ weiterlesen

Hummeln

Jedes Jahr gehören die Hummeln zu den ersten Insekten, die sich nach dem Winterschlaf ins Freie trauen. Sie fliegen bereits bei 2° C, während Bienen auf angenehmere 10° C warten. Einzig alleine die Königinnen sind vom Jahr zuvor übrig geblieben. Das komplette restliche Volk ist vor dem Winter eingegangen. Meist überwintern die Königinnen in der Erde oder an einem anderen, vor Kälte geschützten, Platz. Viel Arbeit erwartet sie. An den allerersten Blüten muss sich die Königin erst mal stärken und dann wird es Zeit, eine geeignete Unterkunft für ihr Volk zu finden. Leere Vogelkästen, Baumlöcher oder Schlupfwinkel unter Dächern eignen sich wunderbar. Es muss nur trocken sein. „Hummeln“ weiterlesen

Die Pfingstrose

Das nenne ich perfektes Timing: Rechtzeitig zu den Feiertagen sind die ersten Pfingstrosenknospen aufgesprungen. Allerdings erst an der roten Sorte, die sowieso stets größere Blüten hervor bringt. Meine rosa farbige Päonie hinkt jedes Jahr, was das Blühen betrifft, etwas hinterher. Pfingstrosen gibt es auch noch in weiß, was besonders edel aussieht. Ist aber, wie alles im Leben, Geschmackssache.

Meine beiden Stöcke wachsen schon jahrelang am selber Standort und scheinen sich dort auch sehr wohl zu fühlen. Sie bekommen den kompletten Tag Sonne pur. In der Tat gehört die Pfingstrose zu den ersten Frühlingsblühern und gedeiht am besten an einem sonnigen Platz. Ansonsten ist sie sehr anspruchslos und wird auch weder von Krankheiten noch von Ungeziefer befallen. Staunässe mag sie nicht. In einem tiefgrundigen, fruchtbaren Lehmboden entwickeln sich kräftige Stängel mit prachtvollen Blüten. Ist der Boden zu sandig, gibt es nur wenige Knospen.

Pfingstrose

Mit Rosen hat die Pflanze absolut nichts zu tun, obwohl sie so genannt wird. Ihre Blüte ähnelt lediglich der Königin der Blumen. Dornen besitzt sie auch keine, sondern kräftig grünes Laub. Höhere Sorten mit gefüllten Blüten bekommen am besten eine Stütze, damit die Stängel nicht umfallen.

Herrliche Sträuße, die dazu noch herrlich duften, lassen sich aus Pfingstrosen arrangieren. Wichtig ist, dass die Stängel bereits abgeschnitten werden, wenn sich die Knospe gerade so öffnet, damit die Freude an ihnen lange währt.  Blütenblätter, in eine Schale gestreut, verströmen einen wunderbaren Duft und sind jedem chemischen Raumerfrischer vorzuziehen.

Die Vermehrung gelingt ganz leicht mit Wurzelteilung. Im Herbst zieht die Pflanze ihre Blätter ein bzw. hilft man etwas nach, indem man den Rest ca. 5 cm über dem Boden abschneidet. Dann kann man mit dem Spaten ein Wurzelstück abstechen, an dem aber mindestens drei Stängelknospen sein sollten. Dieses Stück wird am neuen Platz eingegraben, aber bitte nicht  zu tief, sonst fällt der Wuchs im kommenden Jahr sehr kümmerlich aus. Die Pflanze braucht sowieso mindestens drei Jahre, bis sie sich an den neuen Boden gewöhnt hat und reichlich Blüten hervor bringt. Lassen wir ihr also Zeit. Dafür kann sie dann jahrelang an der selben Stelle bleiben und wird uns jedes Jahr erneut mit ihren wunderschönen, duftenden Blüten erfreuen.

Die Petersilie (Petroselinum crispum)

Die Petersilie gehört zu den Doldengewächsen und ist wohl das bekannteste Küchenkraut überhaupt. Egal ob für die Suppe, den Kartoffelsalat oder für die Soße, fast überall kann sie Verwendung finden. Wichtig ist nur, dass sie bei gekochten Gerichten erst kurz vor dem Servieren zugegeben wird. Also auf keinen Fall mitkochen, sonst gehen der Geschmack und die Inhaltsstoffe verloren.

Petersilie eignet sich mit seinem frischen Grün auch wunderbar zum Dekorieren von kalten Platten und auf allem Belegtem oder einfach kleingehackt über die Kartoffeln gestreut. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Optisch macht sich die gekrauste Petersilie besser, obwohl die Petersilie mit glatten Blättern im Geschmack würziger und gehaltvoller ist, bezüglich Vitaminen (vor allem Vitamin C) und Mineralstoffen (Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium).

Petersilie (Petroselinum crispum)

Die Petersilie, frisch gepflückt aus dem eigenen Garten, schmeckt natürlich am allerbesten. In Töpfen gezogen gestaltet sich die Kultivierung etwas schwierig. Meist wird das nach dem Kauf noch ansehliche Kraut immer gelber und das Nachwachsen will auch nicht so gelingen. Um wirklich mit dem Petersilientopf auf Dauer Erfolg zu haben, muss der Daumen noch grüner als grün sein.

Am besten, man sät sie jedes Jahr frisch ins Freiland aus, wobei der Standort nur maximal zwei Jahre der gleiche sein soll. Ein halbschattiger Platz ist der prallen Sonne vorzuziehen. Die Aussaat kann bereits im März erfolgen, wobei ich der Meinung bin, dass eine spätere Aussaat, wenn der Boden nicht mehr so viel Winternässe aufweist, mehr vom Erfolg gekrönt ist. Die Keimung dauert bis zu vier Wochen. Da die Petersilie auch eine Lieblingsspeise aller Schnecken ist, kann es natürlich passieren, dass die zarten ersten Blättchen gleich in deren Mägen landen. Somit bedarf es in manchem Jahr einer Nachsaat. Wer nicht so lange warten will, erwirbt sich zur Überbrückung einen fix und fertigen Petersilienstock mit Erde und setzt ihn mit ins Beet.

Ist die Petersilie erst mal ordentlich aufgegangen, versorgt sie uns bis in den Spätherbst. Mehr noch, die Wurzeln vom Vorjahr schlagen im Frühling wieder aus. Bis sich dann die Blütendolden bilden, was immer erst im zweiten Jahr geschieht, können noch Blätter abgezupft werden. Danach verliert die Petersilie an Geschmack und wird am besten im Kompost entsorgt.

Auch als Heilmittel hat sich die Petersilie einen Namen gemacht. So soll sie entwässern und zudem eine aphrodisierende Wirkung haben.

Gewöhnliche Bitterwurz / Porzellanröschen (Lewisia cotyledon)

Meine Porzellanröschen entstammen einem Flohmarkt-Schnäppchenkauf. Ein Verkäufer hatte anscheinend keine Lust, seine restliche Pflanzen wieder mit nach Hause zu nehmen und so drückte er mir kurz vor Marktschluss einen Karton in die Hand mit dem Hinweis, ich könnte ihn voll packen und müsste dafür nur 5 Mark (ja, es ist schon einige Jahre her!) bezahlen. Ich zauderte nicht lange, freute mich über dieses Angebot und stopfte den Karton voll mit Pflanzen. Erst zu Hause beim Auspacken nahm ich mir die Zeit, all die erstandenen Schätzchen zu begutachten, zu denen auch meine erste Lewisia gehörte. Damals, beim Erwerb der Pflanze, ging der Herbst schon fast ins Land und mir war gar nicht so richtig bewusst, welche Schönheit ich mit nach Hause genommen hatte. Bitterwurz ähnelt an und für sich einem Hauswurz, die immergrünen Blätter sind ebenfalls rosettenartig angeordnet, ist also somit auf den ersten Blick recht unscheinbar. „Gewöhnliche Bitterwurz / Porzellanröschen (Lewisia cotyledon)“ weiterlesen

Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum)

Kraut der Unsterblichkeit wird die, zur Familie der Kürbisgewächse gehörende, fünfblättrige Pflanze in Asien genannt. Das hat auch seinen Grund: In den Regionen, in denen traditionell Jiaogulan als Tee getrunken wird, soll der Anteil der 100-Jährigen überdurchschnittlich hoch sein.

Dieses Heilkraut hat ähnliche Inhaltsstoffe wie Ginseng und soll zahlreiche, für die Gesundheit positive Eigenschaften haben. Die Anwendung erfolgt vorwiegend als Tee, aufgebrüht mit frischem oder mit getrocknetem Kraut. Ich persönliche esse täglich ein paar Blättchen direkt vom Stock. Jiaogulan schmeckt sehr angenehm, leicht nach Lakritze, und kann auch in den Salat gemischt werden.Ich fühle ich mich in der Tat aktiver und belastbarer. Es ist immer wieder sehr amüsant, wenn ich mein Wundermittelchen vor Besuchern esse und es als „mein Dope“ tituliere. Die entsetzten Blicke, die ich ernte, sind immer wieder köstlich, obwohl ich nach eingehender Erklärung meist gefragt werde, ob ich eventuell noch einen Stock übrig habe. „Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum)“ weiterlesen

Die Eisheiligen

Wenn auf nichts mehr Verlass ist, auf sie ist Verlass: Was ich meine sind die „Eisheiligen“. Jedes Jahr in den ersten beiden Mai-Wochen fällt das Thermometer um einige Grad. Ja, es kann sogar noch mal zu Nacht- und Bodenfrösten kommen, so als allerletztes Aufbäumen des Winters. Deshalb ist es wirklich sinnvoll, Balkonblumen, die keine Minusgrade vertragen, erst nach den “Eisheiligen“ ins Freie zu bringen. Es betrifft vor allem Geranien, Begonien, Petunien, Fuchsien und wie sie alle heißen. „Die Eisheiligen“ weiterlesen

Der Goldlack (Erysinum cheiri)

Eine meiner Lieblingsblumen blüht jetzt wieder: der Goldlack (Erysinum cheiri). Schon als Kind fand ich Gefallen an diesen wunderschönen Pflanzen, die jedes Jahr im Bauerngarten meiner Eltern ganz hinten am Zaun standen.

Obwohl es schon so viele Jahre her ist, erinnerte ich mich noch an den bezaubernden Duft dieses herrlichen Frühjahrsblühers, als ich vor ca. 10 Jahren im Saatgut-Regal eines Gartencenters ein Tütchen mit dem Namen „Prachtmischung“ fand. Ich konnte nicht widerstehen und musste es haben. „Der Goldlack (Erysinum cheiri)“ weiterlesen

Das Bambushaus auf der Landesgartenschau Rosenheim

Auf der Landesgartenschau 2010 in Rosenheim gibt es dieses Jahr etwas ganz besonderes zu bestaunen, nämlich ein Bambushaus, das der 74-jährige Flechtkünstler Johann Bachinger in den letzten 3 Monaten aufgestellt hat.

Das Haus am Ufer der Mangfall ist ca. 160 qm groß und 3,70 Meter hoch. Dazu waren 2000 5-6 Meter lange Bambusstangen notwendig, die von 400 Spendern aus Rosenheim und Umgebung gestiftet wurden (Kostenpunkt: 20.000 €).

„Ich wollte ein Haus am Fluss bauen, dass die Natur herein holt und nicht ausschließt, das Innen und Außen Natur ist!“, so der Flechtwerker Bachinger. „Deshalb habe ich Bambus verwendet, das ist ein tolles Material. Von der Stabilität mit Stahl vergleichbar, steif und trotzdem elastisch. Und wenn man die Klimadiskussionen verfolgt auch zukunftsweisend.“

Bilder und weitere Informationen zum Bambushaus gibt es hier und hier.

Der Efeu – Arzneipflanze des Jahres 2010

Der Efeu (Hedera helix) wurde in diesem Jahr von den Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2010 gewählt.

Bereits Hippokrates (um 460 bis etwa 375 vor Christus) empfahl Efeu als Heilpflanze bei den verschiedensten Leiden. In der Antike wurde er dann als Schmerzmittel oder als Salbe gegen Verbrennungen eingesetzt. Heute wird ein Blätter-Extrakt des Efeus zur Behandlung von Bronchialerkrankungen, Keuchhusten und bei akuten Entzündungen der Atemwege verwendet.
Hauptverantwortlich dafür sind die Saponine Alpha–Hederin und Hederacosid C. Saponine sind bitter schmeckende Pflanzenwirkstoffe, die beim Schütteln mit Wasser einen seifenartigen Schaum ergeben (deshalb wurde der Efeu früher auch oft als Waschmittel verwendet). Die Saponine des Efeus wirken keimtötend, entzündungshemmend, schleimtötend und sie erweitern die Bronchialmuskulatur.

Efeu

©Stella / Pixelio

Doch Vorsicht, denn trotz seiner heilenden Eigenschaften zählt der Efeu zu den Giftpflanzen! Die Blätter und deren Saft kann zu Hautreizungen und Allergien führen. Vor allem aber die Beeren sind giftig. Diese können besonders bei Kindern Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auslösen.

Die Arzneipflanze des Jahres wird seit dem Jahr 1999 gewählt. Die Wissenschaftler möchten mit dieser Auszeichnung der Öffentlichkeit das breite Spektrum an Heilpflanzen näher bringen und die Gesellschaft dazu animieren, sich mit der Verwendung von pflanzlichen Arzneimitteln zu beschäftigen.

Bisher wurden folgende Pflanzen zur Arzneipflanze des Jahres gekürt:

  • 1999: Buchweizen
  • 2001: Arnika
  • 2002: Stechender Mäusedorn
  • 2003: Artischocke
  • 2004: Pfefferminze
  • 2005: Arzneikürbis
  • 2006: Thymian
  • 2007: Hopfen
  • 2008: Gemeine Rosskastanie
  • 2009: Fenchel

Es gibt übrigens noch eine ähnliche Wahl, nämlich die zur „Heilpflanze des Jahres“. Zur Heilpflanze des Jahres 2010 wurde vom Naturheilverein Theophrastus die Gewürznelke bzw. der Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum) gekürt.