Rankhilfen

Die Sonne lockt zu ausgedehntem Aufenthalt auf der Terrasse oder im Garten, um ausgiebig die Natur zu genießen. Es fühlt sich an wie im Paradies, wenn dabei grüne und blühende Pflanzen einen eindrucksvollen Rahmen bilden. Kletterpflanzen sind nicht nur eine wundervolle Gartendekoration, sie erfüllen entsprechend ihrer Verwendung viele weitere Funktionen. Zäune oder Spaliere, an denen sich Kletterrosen emporranken, bieten dekorativen Sichtschutz vor den Blicken neugieriger Nachbarn. Von Klettergewächsen umrankte Hausfassaden können zur Wärme- und Schallisolation eines Hauses beitragen. Ein mit blühenden Rosen oder Trompetenblumen eingefasster Pavillon ist der ideale Ort für eine gemütliche Kaffeerunde im Familienkreis oder für das kalte Buffet bei der Gartenparty. Mit Grünpflanzen bewachsene Mauern und Zäune schützen nicht nur die Privatsphäre, sie spenden auch Schatten an allzu heißen Sonnentagen. Begrünte Wände auf Terrassen und Balkonen tragen in der Stadt auf engstem Raum zur Klimaverbesserung und zum ökologischen Gleichgewicht bei. Pflanzen produzieren Sauerstoff und verbessern damit die Luftqualität. Bunte Blüten verbreiten berauschende Düfte und dienen als Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Rankhilfen unterstützen Pflanzen, die aufwärts steigen

Nur wenige Pflanzen, die sich zur Begrünung von Fassaden, Mauern und Zäunen eignen, kommen ohne Rankhilfe aus. Dazu gehören Efeu, Wilder Wein und Kletterspindel, die sich mit ihren eigenen Haftwurzeln an der Unterlage emporarbeiten. Die meisten anderen benötigen jedoch eine Rankhilfe, die auf die Eigenart der jeweiligen Pflanze abgestimmt sein sollte. Je nachdem, ob es sich um Ranker, Schlinger, Flechter bzw. Spreizklimmer oder Kletterer handelt, benötigen sie eine andere Art von Unterstützung. Zu beachten ist auch die Stabilität der Kletterhilfe. Spaliere, Roste und Gitterkonstruktionen müssen auch ausgewachsene Pflanzen tragen können, die unter Umständen ein beträchtliches Gewicht erreichen.

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Kletterstrategien der Pflanzen und dazu passende Rankgitter

Klimmer, die auf eine Stütze angewiesen sind, werden als Gerüstkletterer zusammengefasst und in folgende Kategorien unterteilt:

  • Rankpflanzen, wie Clematis und Weintrauben benötigen schlanke Profile (bis max. 2 cm Durchmesser), wie Schnüre, Draht oder dünne Stäbe. Der Umfang der einzelnen Streben muss geringer sein als die Länge einer Ranke, sonst können die sich windenden Sprossachsen oder Blätter die angebotene Hilfe nicht umfassen. Für Clematis kommen in erster Linie flächige Strukturen infrage, eventuell im Kreuzverbund, damit sich die Reben auch in die Breite entfalten können.
  • Schlingpflanzen, wie Zaun- oder Prachtwinden, Geißblatt und Blauregen, vollziehen während ihres Höhenwachstums Schraubbewegungen, wobei es sowohl Links- als auch Rechtswinder gibt. Hier eignen sich runde Profile besser als eckige. Außerdem sollten nach oben führende Stränge (senkrecht oder diagonal) überwiegen.
  • Spreizklimmer, wie Brombeeren, Kletterrosen und Winterjasmin, hangeln sich mit Hilfe ihrer sparrigen Triebe in die Höhe. Indem sich neue Sprossen verspreizen, entsteht der nötige Halt. Stacheln oder Dornen unterstützen diesen Prozess. Weil sich Spreizklimmer nach der Seite ausbreiten, brauchen sie solide Rankhilfen mit vorwiegend waagerechter Ausrichtung.

Mit Klettergerüsten bei Platzmangel Spielraum für Gewächse schaffen

Grund und Boden wird immer teurer. Um doch noch an finanzierbares Bauland zu gelangen, nehmen zukünftige Hausbesitzer oftmals mit kleineren Grundstücken vorlieb. Andererseits können Second-Hand-Immobilien in Ortskernen eine gute Option sein. Doch auch hier sind die Möglichkeiten zur Gestaltung eines geräumigen Gartens meist eher begrenzt. Wo Grundfläche fehlt, besteht die Möglichkeit, Pflanzen nicht in die Horizontale, sondern in die Vertikale wachsen zu lassen. Das Defizit an Fläche kann auf diese Weise mit der Nutzung von Mauern und Zäunen zum Begrünen erfolgreich ausgeglichen werden. Selbst in einem kleinen Innen- oder Hinterhof ohne offenes Erdreich lässt sich eine atemberaubende Blütenfülle realisieren. Als Lebensraum für die Gewächse dienen bei gepflasterten oder asphaltierten Untergründen Kübel, Tröge und Pflanzschalen. Mit Stäben oder Rankgerüsten versehen, bieten sie perfekte Bedingungen für klimmende Pflanzen.

Gemüse und Obst an Kletterhilfen kultivieren

Für im Garten heranwachsende Früchte besitzt das gleiche Prinzip Gültigkeit, wie bei reinen Ziergewächsen. Überall, wo der Raum zum Bepflanzen eingeschränkt ist, bieten in die Höhe treibende Pflanzen eine wunderbare Alternative. Wer nun denkt, kletternde Obst- und Gemüsepflanzen geben optisch wenig her, der irrt. Im Gegenteil, einige Nutzgewächse schmücken sich sogar mit einer äußerst attraktiven Blütenpracht, ganz abgesehen vom dekorativen Erscheinungsbild der heranreifenden Früchte. Außerdem bereichert die Ernte den Speiseplan, ohne anfallende Kosten und, wenn auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet wird, rein biologisch.

Beispiele:

  • Kiwi (Chinesische Stachelbeeren): weiße Blüten von Mai bis Juni (sehr beliebt bei Hummeln!)
  • Spalierobst wie Äpfel, Birnen, Weintrauben, Aprikosen und Pfirsiche: Bei einer nicht frei stehenden Konstruktion sollte sich die Rankhilfe nicht zu nah am Mauerwerk befinden, damit genug Luftzirkulation gewahrt bleibt.
  • Brombeeren und Himbeeren: Dank dornenloser Züchtungen kommt es beim Pflücken der köstlichen Früchte nicht mehr zu Kratzern und anderen schmerzhaften Verletzungen.
  • Klettererdbeeren: Blüten ab Juni, je nach Art sind Trieblängen bis 150 cm möglich.
  • Prunk- bzw. Feuerbohnen: leuchtend rote Blüten ab Juni.
  • Gurken, Kürbisse, Kletterzucchini: Alle diese, zur Familie der Kürbisgewächse gehörenden Gemüsesorten, bringen große gelbe Blüten hervor, aus denen sich leckere Mahlzeiten entwickeln

Bewährte Materialien für Pflanzenstützen

Rankhilfen gibt es aus unterschiedlichem Material und in diversen Formen, je nach Zweck, den sie erfüllen sollen. Für die Begrünung einer Hausfassade eignet sich beispielsweise ein Rankgitter aus Holz, das mit einem Klappmechanismus leicht wieder entfernt werden kann, wenn handwerkliche Arbeiten an der Fassade anstehen. Beliebt sind zudem Konstruktionen aus Edelstahl, Eisen oder anderem Metall. Oftmals sind sie mit verschlungenen Ornamenten versehen, die einen schönen Anblick bieten, wenn sie noch nicht vollständig von Pflanzen überwuchert sind, wie etwa bei Rosenbögen. Bei der Auswahl des Materials muss auch der Einsatzort berücksichtigt werden. Eine fest installierte Rankhilfe im Garten oder an der Hauswand, die das ganze Jahr über Wind und Wetter ausgesetzt ist, sollte aus witterungsbeständigem Material bestehen. Für Rankhilfen auf überdachten Terrassen und Balkonen ist dieser Faktor weniger entscheidend.

Bevorzugte Materialien für im Handel angebotene Rankgitter und ihre Vor- und Nachteile:

Holz

Der natürliche Werkstoff fügt sich perfekt in einen naturnahen Garten ein. Holz wird jedoch im Laufe der Zeit grau. Für Abhilfe sorgt das Streichen mit Wachs, Lasur, Holzschutzmitteln oder Farbe. Manchen Pflanzenliebhabern gefällt sogenanntes „Greywood“ ausgesprochen gut, weshalb sie auf Pflegemaßnahmen verzichten. Wenn Holz seine intensive Eigenfärbung verliert, bedeutet das nicht, dass es seine tragenden Eigenschaften einbüßt. Die Lebensdauer von Holz richtet sich nach Holzart, Imprägnierung und den Witterungsverhältnissen, denen das Material ausgesetzt ist. In trockenen Bereichen errichtete Kletterkonstruktionen aus Holz halten unter Umständen mehrere Jahrzehnte.

Bambus

Als Material für Pflanzenstützen punktet Bambus mit Festigkeit trotz leichtem Gewicht. Die Rohre der Süßgräser sind fester Bestandteil der japanischen Gartenbaukunst. Bei uns tragen sie zu einem exotisch angehauchten Ambiente bei.

Schmiedeeisen

Wer sich gern mit nostalgischem Flair umgibt, zieht wahrscheinlich Schmiedeeisen vor. Rankgitter aus dem altbewährten Material bieten den Klettergewächsen einen belastbaren und nie aus der Mode kommenden Rahmen. Roh belassen, setzt sich in absehbarer Zeit Rost ab, was jedoch die Ästhetik der Stücke in keinster Weise schmälert.

Stahl

In der feuerverzinkten Variante bleibt die silberne Oberfläche des Stahls vor Korrosion bewahrt. Ähnlich verhält es sich mit einer Pulverlackierung, die einem Pflanzenklettergerüst zugleich ein farbiges Äußeres verleiht.

Edelstahl

Spannseile und die dazugehörigen Wandfestigungen sind häufig in rostbeständiger und langlebiger Edelstahl-Ausführung. Rankhilfen aus diesem Material wirken überaus modern. Aus Seilen kreierte Systeme lassen sich individuell gestalten, weshalb sie für alle Arten von Kletterpflanzen infrage kommen.

Draht und Drahtgitter

Gespannter Draht stellt die einfachste Form einer stützenden Maßnahme für kletterwillige Gewächse dar. Fällt die Wahl auf ein Drahtgitter, empfehlen sich etwas größere Maschenweiten, um das Durchschlüpfen der Gewächse zu erleichtern. Größtenteils handelt es sich um Drahtgitter-Rollenware in feuerverzinkter oder kunststoffbeschichteter Ausführung.

Kunststoff

Aufgrund moderner Produktionsverfahren ist PVC pflegeleicht, formstabil, langlebig und absolut wetterfest. In überaus naturbetonten Gärten kann Kunststoff jedoch wie ein Fremdkörper wirken.

Gern verwendete Kletterkonstruktionen

  • Spaliere, Rankgerüste, Lattenroste und Drahtgitter leisten bei der Fassadenbegrünung gute Dienste.
  • Rosenbögen verbreiten eine romantische Stimmung (aus Metall, Holz oder Kunststoff).
  • Ranksäulen: Für einen sicheren Stand wird der untere Teil in den Boden eingelassen.
  • Obeliske: nach oben verjüngende, meist metallene Objekte.
  • Blumenkästen mit Gitterrückwand, an der Pflanzen hochranken können. Beliebte Materialien: Holz sowie Kunststoff-Rattan mit einem Spalier aus Polypropylen.
  • Rankbalken setzen Akzente und dienen einer vorwiegend linearen Gestaltung. Sie werden entweder an die Wand montiert, oder mehrere Elemente ergeben ein frei stehendes Element. Mit Rankbalken lassen sich ferner Mauern oder Pfosten miteinander verbindenden.
  • Steckzäune aus Eisen, deren nach unten ragenden Stäbe in den Erdboden getrieben werden. Separater oder vor Wänden platzierter Aufbau möglich. Elemente dieser Art sind schnell fixiert und problemlos versetzbar.

Rankhilfen befestigen

Letztendlich ist jede Rankhilfe nur so zuverlässig, wie ihre Befestigung. Stäbe und Elemente mit unten befindlichen Spitzen werden einfach nur in die Erde gesteckt. Der Teil, der in den Boden ragt, muss jedoch lang genug sein, damit eine gewisse Stützkraft erreicht wird. Für die Montage von Halterungen an Fassaden bedarf es Schrauben und Dübel. Die ideale Stärke steht in direktem Zusammenhang mit Wanddicke und Wandbeschaffenheit. Wichtig ist hierbei ein Abstand zwischen Rankhilfe und Mauer, damit sich später kein Regenwasser stauen kann. Die Pflanzen betreffend, beugt eine effektive Hinterlüftung Pflanzenkrankheiten vor, zum Beispiel Mehltau, der sich bildet, wenn die Laubblätter wegen stehender Luft nach Regengüssen nicht trocknen. Eine Sonderstellung bei der Befestigung von Rankgittern nehmen Fassaden mit angebrachter Wärmedämmung ein. Eventuell muss hier der Schaft der Befestigung bis tief ins Mauerwerk vordringen, um ausreichende Belastbarkeit sicherzustellen. Andererseits kann eine Kältebrücke entstehen, wenn die Dämmung angebohrt wird. Mittlerweile bietet der Handel spezielle Befestigungssysteme für wärmegedämmte Außenwände an. Gegebenenfalls stellen an Dachüberständen und mit Erdanker befestigte Seilspanner generell die bessere Lösung dar.

Kletterhilfen für Pflanzen selber bauen

Bei der Erschaffung von Rankgittern im „Do-it-yourself“-Verfahren sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Nachfolgend ein paar Vorschläge, die möglicherweise einen Denkanstoß für Eigeninitiativen liefern:

  • zusammengeknüpfte Schnüre oder Seile
  • aus Weidenästen geflochtene Matten
  • alte, verrostete Eisenketten, die an ein Mauerwerk gehängt werden
  • die seitlichen Sprossenwände eines nicht mehr gebrauchten Kinderbettes
  • mit Bast über Kreuz verbundene Bambusstäbe

Zusammenfassung:

Das Angebot an Rankhilfen für Kletterpflanzen umfasst eine Vielfalt an Formen und Materialien. Auf das größte Interesse stoßen in aller Regel Gitter aus Holz, Metall und Kunststoff. Meist werden sie zur Begrünung von Hauswänden und Grenzmauern genutzt. Indem rundum Pflanzen nach oben wachsen, präsentieren sich auch kleinere Gärten und Höfe prall gefüllt mit natürlicher Ausstrahlung. Bei der Auswahl der Kletterhilfe sollte jedoch die Eigenart der favorisierten Pflanze einfließen. Denn je nach Gewächs, eignen sich dünne oder dickere Profile sowie flächige oder vertikal bzw. horizontal ausgerichtete Rankhilfen am besten.