Drachenbaum und Drachenblut

Veröffentlicht am 16.01.2018 in Zimmerpflanzen

Bei Innenarchitekten ist der Drachenbaum (Dracaena) sehr geschätzt. Das hat seinen guten Grund, denn wenige Pflanzen sind so vielseitig einsetzbar. Außer in der allerdunkelsten Ecke kann der Drachenbaum praktisch überall stehen, denn er ist auch mit weniger exzellenten Lichtverhältnissen zufrieden. Auch sonst ist die Pflege recht einfach und es bedarf schon sehr viel Vernachlässigung, um einen Drachenbaum „klein zu kriegen“.

Sehr viele verschiedene Arten gibt es von dieser Pflanzengattung, die zur Familie der Spargelgewächse gehört. Mal sind die Blätter, die direkt aus dem Stamm wachsen, schmäler oder breiter, bei anderen Sorten ist das ursprünglich kräftig grüne Laub zweifarbig mit Weiß, Rot oder einem helleren Grün gestreift. Alle zusammen haben den typischen Stamm, der sich erst mit der Zeit verholzt. Wenn die unteren Blätter absterben, bildet sich aus den restlichen Blattscheiden der Pflanzenstamm mit Rillen. Natürlich handelt es sich nicht um einen Baum, sondern nur um ein baumartiges Gewächs. Dem Drachenbaum fehlt das Dickenwachstum seines Stammes mit den einzelnen Jahresringen, was für einen Baum kennzeichnend wäre.

DrachenbaumDer bekannteste Vertreter dieser Art ist der Kanarische Drachenbaum, der tatsächlich von der Inselgruppe im östlichen Zentralatlantik stammt. Dort erreicht er in der freien Natur eine Größe von stattlichen 20 Metern Höhe. Die Blätter werden bis zu 60 cm lang. Manche Pflanzen verzweigen sich, aber nicht alle. Erst nach mindestens acht Jahren blüht der Kanarische Drachenbaum das erste Mal von Juli bis August. Er bildet dann eine Blütenrispe mit gelblich-weißen Blüten, aus der sich braun-orangene Beeren bilden. In Icod de los Vinos (Teneriffa) steht ein sehr altes Exemplar. Obwohl er als 1000-jähriger Kanarischer Drachenbaum tituliert wird, schätzen ihn Fachleute auf ein Alter von immerhin 400 Jahren.

Dracaena kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Drachendame. Vom Äußeren her ist ja nicht unbedingt eine Ähnlichkeit mit einem Drachen zu erkennen. Und doch stellten die Menschen der Antike eine Gemeinsamkeit fest. Den mehrköpfigen Drachen aus diversen Sagen wuchsen stets wieder ihre Köpfe nach, sollten diese von einem Helden mit seinem Schwert abgeschlagen worden sein. Genauso ergeht es dem Drachenbaum, der immer wieder neue Triebe aus seinem Stamm hervorbringt, auch wenn alle seine Triebe abgebrochen sind. Wird der Stamm eines Drachenbaumes verletzt, tritt aus der Wunde ein zunächst farbloser Saft aus. Erst an der Luft zersetzt sich dieser zu einem dunkelroten Harz. Was liegt also näher, als dieses Harz Drachenblut zu nennen und ihm eine mystische Wirkung zuzuschreiben? Man nahm das Harz zur raschen Heilung von Verletzungen und Knochenbrüchen und zur Mumifizierung der Toten. In schamanischen Zeremonien wurde das Drachenblut geräuchert, denn es verhalf zu einem besseren Kontakt mit der geistigen Welt. Der Rauch von Drachenblut verscheuchte auch alle Geister und Kobolde, die es nicht allzu gut meinten.

Erst später fand das Harz des Drachenbaumes auch praktische Verwendung in der realen Welt. Es diente als Färbemittel und wurde zur Haltbarkeitmachung von Holz genutzt, unter anderem auch im Geigenbau.

 

 

 

 

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