Der Borretsch gibt jetzt noch mal alles

Veröffentlicht am 05.10.2010 in Allgemein, Kräuter

Am bekanntesten dürfte ja die Sorte mit den blauen Blüten sein. Borretsch gibt es aber auch mit weißen Blüten. Sein leicht nach Gurken schmeckendes Aroma macht ihn so beliebt als Salatzugabe, egal ob im Kopf- oder im Kartoffelsalat. Zudem ist er ein wichtiger Bestandteil der „Frankfurter Grünen Soße“, eines der Nationalgerichte in Hessen. Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch und der Borretsch sind die traditionellen Kräuter, die für diese Speise verwendet werden. Klein geschnitten und mit gewürftelten, abgekochten Eiern werden diese Kräuter in Saure Sahne eingerührt, gewürzt und zu Kartoffeln oder kaltem Fleisch gereicht. Figurbewusste Menschen werden lieber zu Quark und Joghurt greifen, was genauso gut schmeckt.

Der Borretsch gehört zu der Familie der Raublattgewächse und wirklich, seine Blätter sind sehr stark behaart, schon borstenartig. „Borra“ ist lateinisch und heißt zu deutsch: „Gewebe aus rauer Wolle“. Hier ist wahrscheinlich der Name der Pflanze abzuleiten. Die bis ca. 80 cm hoch wachsende, krautige Pflanze ist einjährig und sät sich stets wieder selber aus. Im Spätsommer kommen bereits die ersten kleinen Pflänzchen aus dem ausgeworfenen Samen hoch, im Jahr darauf aber auf jeden Fall.

Borretsch

Die blauen Blüten, die stets aus fünf Hauptblütenblättern bestehen, sind ganz frisch aufgeblüht oftmals zunächst rosa. Die blaue Farbe erscheint erst später. Zunächst werden die männlichen Pollen ausgebildet, bis die Blüte ins weibliche Stadium wechselt und die Narben, die jetzt ausgereift sind, den Pollen aufnehmen können, den die Insekten mitbringen. Somit wird ganz elegant verhindert, dass sich die Pflanze selber bestäubt. Borretsch ist übrigens bei Bienen und Hummeln gleichermaßen beliebt.

Die wunderschönen Blüten eignen sich bestens zum Dekorieren der zubereiteten Speisen, zumal man sie ja mitessen kann. Oder man legt sie in Wasserschalen mit Schwimmkerzen. Auch das sieht prima aus. Als Heilpflanze hat sich Borretsch ebenfalls einen Namen gemacht. So soll er unter anderem bei Herzproblemen, Depressionen und bei Bluthochdruck helfen und hat einen recht hohen Vitamin-C-Gehalt. Er ist allerdings als offizielles Heilmittel nicht zugelassen. Auch wird von einem regelmäßigen Verzehr aufgrund von vorhandenen Alkaloiden abgeraten, denn sie könnten die Leber angreifen. Gelegentliches Würzen mit Borretsch ist allerdings absolut ungefährlich.

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