Schlingpflanzen und Kletterpflanzen
Kletterpflanzen sind aus dem Garten kaum wegzudenken: Während viele andere Pflanzen nur eine bestimmte Höhe erreichen und gerade, sowie unflexibel in die Höhe wachsen, sind sie biegsam, ja anschmiegsam und erreichen luftige Höhen. Sie schaffen damit eine Verbindung zwischen Boden und Luftreich. Viele sind relativ anspruchslos, benötigen zum Wachsen lediglich eine Kletterhilfe und sind zum Teil mehrjährig. Sie eignen sich auch hervorragend als Sichtschutz. Der Gartenbesitzer unterteilt grob die einjährigen und mehrjährigen Kletterpflanzen.
Die einjährigen Kletterpflanzen
Schlingpflanzen, die in unserer Klimazone als einjährige Kletterpflanzen gezogen werden, sind mitunter sehr schnellwachsend - sie haben schließlich nur einen Sommer lang Zeit, ihre ganze Pracht zu entfalten. Die wohl berühmteste Schlingpflanze ist die schwarzäugige Susanne. Diese Sorte ist sehr frostempfindlich und deshalb in unseren Breitengraden nicht als dauerhafte Kletterpflanze einsetzbar. Bevor man die Thunbergia an ihren endgültigen Standort setzt, muss sicher sein, dass es weder zu kalt, noch zu naß ist - dann aber legt sie los mit gleichmäßigem Wachstum und einer schönen Blütenfülle in weiß, gelb oder orange. Wer ihr Bambusstäbe oder Drähte als Rankhilfen zur Verfügung stellt, wird sich einen ganzen Sommer lang an den schönen Blüten erfreuen können. Übrigens: Diese Schlingpflanze eignet sich hervorragend für den Kübel und steht am besten auf einem warmen und geschützten Balkon.
Die mehrjährigen Kletterpflanzen
Sie sind im Gegensatz zu den einjährigen Rankpflanzen weniger frostempfindlich und deshalb auch bei uns winterhart. Da sie ausdauernd sind und teilweise sogar immergrün, eignen sie sich hervorragend zur Fassadenbegrünung. Es gibt ein paar interessante Sorten, zu den populärsten gehören wohl die Kletterrosenarten. Um Eines vorweg zu nehmen: Es gibt sie eigentlich nicht, DIE Kletterrose. Vielmehr nimmt die Königin der Blumen auch bei den Kletterpflanzen eine Sonderstellung ein. Üppig blühend, einmal oder auch mehrmals pro Jahr gibt es eine große Auswahl an Kletterrosen oder Ramblerrosen. Manche von ihnen duften auch, wie die Sorte "Bobbie James", die unermüdliche weiße Blüten bildet, und extrem wuchsfreudig ist. Mehrmals im Jahr blüht die zierliche Ramblerrose "Phyllis Bide". Die Farbauswahl bei den Kletterrosen mit Duft ist dennoch enorm: Sie reicht von purpurfarben bis leuchtend gelb.
Vier Arten zu klettern
Nicht nur die Temperaturempfindlichkeit setzt Grenzen bei der Auswahl an Kletterpflanzen und charakterisiert die Art. Es gibt Ranker, wie beispielsweise die Weinreben, die sich mit ihren Ranken zunächst Halt suchen und dann nach und nach umschlingen. Bei Schlingern winden sich ganze Triebe spiralförmig um eine Stütze, dazu zählen nicht nur die Thunbergia, sondern auch die einjährigen Stangenbohnen, sowie die mehrjährigen Glyzine und Lonicera. Zu den Spreizklimmern gehören Kletterrosen und Rambler, sowie Brombeeren, die sich mit ihren nach unten gerichteten Stacheln festklammern. Der bekannteste und unempfindlichste aller Selbstklimmer ist ohne Zweifel der Efeu, der sich an einer Stütze mit seinen klebrigen Luftwurzeln festhält. Und er ist besser als sein Ruf: Solange das Mauerwerk ohne Risse ist, kann die Pflanze keinen Schaden verursachen.
