Der Garten als faszinierendes Klangerlebnis

Veröffentlicht am 04.06.2013 in Allgemein

Über die Augen nimmt der Mensch etwa 70 % seiner täglichen Wahrnehmung auf. Dabei sind die Augen nur eines der fünf Sinnesorgane. Die restlichen 30 %, die dem Erfassen von Eindrücken aus dem Umfeld gewidmet sind, erfolgen über die Haut, die Nase, den Geschmackssinn und die Ohren. Jeder Garten lässt sich mit allen Sinnen wahrnehmen. Normalerweise kommen aber auch hier die Augen zuerst zum Zug, zumal die prachtvollen Blüten mit ihren phantastischen Farben für den Gesichtssinn tatsächlich einen Augenschmaus darstellen. Aber auch für den Gehörsinn hat ein Garten jede Menge Attraktionen zu bieten.

Natürlich entworfene Klänge

Ganz fern von komponierter Musik, die vom Menschen erschaffen wurde, sorgt die Natur für ein Klangerlebnis, der besonderen Art. Dazu bedarf es allerdings einer gewissen Konzentration, die auf natürliche Töne gerichtet ist. Normalerweise beherrscht die Geräuschkulisse des Alltags das Geschehen. Der Verkehr rauscht vorbei, vielleicht kommt noch das Hupen eines Autos oder eine Unterhaltung der Nachbarn hinzu. Wer sich etwas Zeit gönnt, um ausnahmsweise einmal mit geschlossenen Augen im Garten zu verweilen, merkt möglich, dass völlig andere Geräusche in den Vordergrund treten. Im Verlauf von Frühjahr, Sommer und Herbst entstehen aus dem Rascheln, Brummen, Knacken und Zwitschern wunderschöne Lieder.

Springbrunnen

Freiluftkonzerte der Singvögel

Der Gesang der Vögel erreicht schon gleich am Morgen, wenn die Sonne ihre ersten Strahlen zur Erde schickt, seinen absoluten Höhepunkt. Manche Menschen mögen des zeitige Gezwitscher als Ruhestörung betrachten, doch mit etwas gutem Willen wird der frühmorgendliche Vogelgesang zu harmonischen Klängen, die den Tag einläuten. Um wie viel leichter fällt dann das Aufstehen. Wenn im Frühjahr die Amsel ihren Morgengesang wieder aufnimmt, ist der Sommer in greifbare Nähe gerückt und abends beendet dieser Vogel den Tag mit einem beeindruckenden Abendlied. Tagsüber wird es etwas ruhiger, was das Vogelgezwitscher betrifft, es sein denn, ein Vogelmännchen muss sein Revier verteidigen oder hungrige Vogelkinder empfangen ihre Eltern mit lautem Piepsen.

Das Summen der Insekten

Im Frühjahr sind die Wildbienen die ersten Insekten, die nach den zeitig blühenden Blumen Ausschau halten und dabei ihre propellerartigen Geräusche hinterlassen. Ist endlich die warme Jahreszeit eingekehrt, besteht die Hintergrundmusik bis zum Abend aus emsigem Summen und Brummen, so dass tagsüber niemals eine vollkommene Ruhe aufkommt. Das Konzert der fliegenden Insekten wird hin und wieder noch von einer am Boden befindlichen Grille ergänzt.

Klangspiele des Windes

Der Wind bringt die Blätter der Bäume und Sträucher zum Tanzen. Jeder ihrer Berührungen untereinander erzeugt ein Rauschen, das zur Gartensymphonie beiträgt. Der Höhepunkt wird im Herbst erreicht, wenn das gelb, braun oder rot gewordene Laub den Baum verlässt und zum Boden rieselt. Sucht sich dann eine Maus oder eine Eidechse ihren Weg durch den Blätterwald, wird dies von einem leisen Knistern begleitet.

Die Tonarten des Wassers

Das flüssige Element setzt im Garten gleichfalls klangvolle Akzente. Ob als Regentropfen, die im einheitlichen Takt vom Himmel fallen, als sprudelnder Springbrunnen oder als Bach, dessen gleichmäßiges Plätschern für Entspannung sorgt, Wasser besitzt reichliche Facetten mit vielen unterschiedlichen Klängen. Das Orchester des Gartens mit seinen zahlreichen Komponenten steht von morgens bis abends zur freien Verfügung. Nur in den kalten Monaten wird es etwas ruhiger, denn dann hält die Natur ihren wohlverdienten Winterschlaf.

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